Fahräder, Logistik und ein paar hoffentlich nützliche Tipps

Auf dieser Seite werden sowohl die Fahrräder der Radreisen vorgestellt als auch ein wenig Information zur Logistik und dem Gepäck größerer und kleinerer Radreisen angeboten. Die Schilderung der Erfahrung auf verschiedenen Flughäfen bei der Gepäckaufgabe eines Fahrrades kann eventuell hilfreich sein.

Logistik

Hier sind ein paar Informationen zum Gepäck auf Radreisen, der Verpackung der Räder für die Flugmitnahme und zum Thema Beleuchtung und Kleidung nach eigener Erfahrung zusammengestellt.

Flugtaugliches Verpacken

Wenn man mit dem Rad auf Reisen geht, ist es zwar am besten diese vor der Haustür mit dem Rad zu beginnen, doch ist das nicht immer praktikabel. Einfach ist das Reisen per Zug/Schiff, hier müssen eigentlich keine speziellen Vorbereitungen getroffen werden, außer dass man am Bahnhof/Fährterminal das Gepäck gut im Auge behalten sollte und das Rad während der Reise abgeschlossen werden sollte und möglicht wenig im Wege stehen sollte (so behindert man niemand und niemand wird das Rad beschädigen).
Muss man mit dem Flugzeug anreisen, so ist das meist auch kein großes Problem. Die meisten Fluggesellschaften bieten einen günstigen Tarif für den Transport an (ca. 50-100 EUR für einen Flug in Europa), fordern aber eine gute Verpackung des Rades (was gewöhnlich aber auch im eigenen Interesse liegen sollte). Bei meinem ersten Flug mit Fahrrad konnte ich es einfach so aufgeben, das war mit British Airways Mitte der 90er Jahre von Manchester nach Düsseldorf. Obwohl es damals problemlos war, ist das keine gute Empfehlung. Besser ist eine sorgsame Verpackung. Besondere Fahrradkoffer und -taschen sind zwar eine feine Sache, aber nur dann sinnvoll zu benutzen, wenn man diese Taschen oder Koffer nach Ankunft am Zielflughafen irgendwo für die Dauer der Reise deponieren kann. Das heisst für eine Radreise kommt das eigentlich nicht in Frage, sondern man braucht eine Verpackung, die man nach der Ankunft am Zielflughafen einfach entsorgen kann und dessen benötigtes Material man vor dem Rückflug einfach besorgen kann. Das geht mit erstaunlich einfachen Mitteln: Zellstoff (d.h. Küchenrolle) und Kreppklebeband. Beides sollte reichlich vorhanden sein. Dazu ein wenig einfache Plastikfolie, z. B. große Mülltüten. Weiterhin benötigt man ein paar Imbus-Schlüssel (Lenker, ggf. Sattelstütze) und einen 15mm Schraubenschlüssel (Pedale).
Als erstes den Lenker lockern und quer stellen, die Sattelstütze lockern und tiefstellen, Pedale abschrauben und sicher verpacken oder verkehrt herum locker montieren. Die Laufräder mit einem Spanngurt fixieren, die Luft aus den Reifen ablassen (Luftpumpe im Handgepäck nicht vergessen!). Dann mit der Küchenrolle einfach reichlich und locker, leicht geknüllt den Rahmen, Lenker, Gabel und alles was besonders schützenswert ist reichlich umwickeln und mit dem Kreppklebeband fixieren. Über die mit Küchenrolle gepolsterten Bereiche kann man nun Plastikfolie ziehen, um die Schicht ein wenig zu stabilisieren. Hierbei gilt das Motto "Viel hilft viel". Was für Folie man dafür nimmt ist relativ egal, einfach was gerade vorhanden ist. In Nizza zum Beispiel, waren große Folien aus dem Abfall von Modebotiquen recht hilfreich und einfach zu bekommen - ein, zwei Tage vor Rückflug einfach die Augen nach geeignetem Material aufhalten. Das Rad sollte nach gut einer Stunde Arbeit etwa so aussehen:

Ist alles gut gepolstert und abgeklebt als letzten Schritt das ganze Rad in eine große feste Plane einschlagen. Diese Plane ist das einzige Material das wiederverwertet wird und während der Fahrt mitgeführt wird. Allerdings ist die Plane auch unterwegs nützlich, z.B. als Untergrund für das Zelt, oder um nachts Gepäckstücke zu schützen. Solche Planen im Format 2mx3m bekommt man für wenige Euros im Baumarkt. Von Vorteil ist, wenn die Plane am Rand Metallösen besitzt, dort kann man Paketschnur befestigen, um die um das Rad gewickelte Plane befestigen zu können. Nach gut 1,5 Stunden sollte das ganze dann etwa so aussehen:

Aus zwei Fahrrädern sind zwei gut verschnürte Pakete geworden, die die Räder gut schützen. Ein- und Auspacken findet sinnvollerweise auf dem Flughafen statt. An fast allen Flughäfen gibt es ruhigere Bereiche, wo man beim Packen weder jemanden stört, noch gestört wird. Sich ein wenig nach einem ruhigen Plätzchen umsehen ist lohnenswert.
Bis auf die große Plane ist alles Verpackungsmaterial zum wegwerfen, das ist zwar eine mittlere Portion Müll, aber der praxistauglichste Weg. Küchenrolle, Kreppklebeband und Plastikfolie sind fast überall problemlos aufzutreiben. Besonderes Verpackungsmaterial wie Luftpolsterfolie mag zunächst recht attraktiv erscheinen, polstern aber nicht besser als locker geknüllt gewickelte Küchenrolle und ist unterwegs eher schwierig aufzutreiben. Oftmals liest man auch von großen Kartons (meist vom Fahrradhändler) - das mag für den Hinflug praktisch sein, aber auf dem Rückflug ist so ein Karton ebenfalls nicht einfach zu finden, und unterwegs mitführen kann man so einen Karton kaum.
Die Methode mit der Küchenrolle und der Plane hat den großen Vorteil, dass die Materialien beinahe überall verfügbar sind, und die Verpackung einfach ist. Bislang sind keine Transportschäden aufgetreten und das Flughafenpersonal akzeptierte die Verpackung immer anstandslos.

Licht

Die LED-Leuchten von Busch und Müller sind einfach super. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der B&M Ixon IQ Batterieleuchte gemacht. Sie ist nicht nur im Straßenverkehr sehr gut, sondern eignet sich auch als sehr starke Taschenlampe, was auf Reisen sehr nützlich sein kann. Natürlich muss man von Zeit zu Zeit die Batterien laden.
Als Rücklicht setze ich Sigma Cuberider II ein. Diese Leuchten sind schön hell, haben einen guten Abstrahlwinkel und sind einfach zu montieren. Die Gummibänder zur Montage sind jedoch nicht sehr haltbar und sollten von Zeit zu Zeit ersetzt werden.
Zur Erhöhung der Sicherheit kann ich nur empfehlen auch eine Reflektorweste anzulegen, damit kann man kaum übersehen werden. Ist vielleicht nicht das chicste Kleidungsstück, aber doch besser als irgendwo auf einem Kotflügel zu landen...
Das gilt natürlich nicht nur auf Radreisen, sondern eigentlich immer!


Gepäck

Wenn man hauptsächlich im Sommer in warmen Gefilden unterwegs ist, kann man die Gepäckmenge sehr gering halten. Zum Fahren benötigt man 1-2 Sets Fahrradkleidung. Desweiteren braucht man ein wenig Kleidung für die Zeit wenn das Fahrrad abgestellt ist und man sich einigermaßen zivil bewgen will (1 Hose, ein paar T-Shirts oder Hemden), ausreichend Unterwäsche und natürlich Strandbedarf wenn man am Meer ist. Ein paar feste Schuhe, ein Fleecepullover und eine Regenjacke um mäßigem Wetter zu begegnen.
Meiner Meinung nach kann man im Süden auf recht vieles verzichten, sollte es dann doch zum überraschenden Dauerschneefall im August am Mittelmeer kommen ist man sowieso dumm dran und muss dann halt lokal warme Kleidung nachkaufen. Ich halte das Risiko jedoch für geringer als den Aufwand alles für schlechtes Wetter mitzunehmen. Insgesamt lieber weniger Teile einpacken, dafür besser den Notgroschen/die Reisekasse ein wenig aufstocken.
Als Schuhwerk haben sich die Sandalen von Tewa sehr beweährt. Die Sohle ist zum Fahrradfahren gut geeignet, es drückt nichts vom Pedal und man rutscht von selbigem nicht ab. Natürlich sind die nicht gerade "Haute Couture", und auch kein SPD-SL Carbon-Teflon-Rennradschuh, aber insgesamt sehr, sehr praktisch.
Zum Campen benötigt man natürlich noch dies und das. Aber auch hier kann man das Gepäck recht übersichtlich halten, ein leichter Schlafsack, kleines Zelt, Isomatte und ein Satz Besteck, eine dünne Decke ist sehr praktisch zum drauf sitzen oder für den Strand (man nimmt schließlich kein großes Badetuch mit). Viele packen auch einen Topf und Kocher ein, wenn man aber nicht durch sehr entlegene Gebiete fährt, ist es doch einfacher den Kaffee in einer Bar oder einem Cafe einzunehmen, als erst umständlich den Kocher anzuwerfen. Allerdings ist man ohne Kocher, Töpfe und Teller entweder an kalte Küche oder die Angebote der Gastronomie gebunden. Das ist letztlich Geschmacksache.
Hier eine Beispielpackliste:

- 1-2 Fahrradhosen
- 1-2 Trikots
- 1 Helm + Tuch
- 1 lange Hose, evtl. zusätzlich 1 kurze Hose
- 2 T-Shirts
- 2 Hemden
- 1 Funktionsshirt
- 1 Langarm-Shirt
- 1 Fleecepullover
- 1 Regenjacke, ggf. Reflektorweste
- 1 Kopfbedeckung (z.B. Baseballcap)
- 1 festes Paar Schuhe
- 1 Paar Tewa-Sandalen
- 2 Handtücher
- 7 Unterhosen
- 4 Paar Socken
- 1 Badehose
- 1 Kulturtasche (am besten gefüllt mit wenigen, kleinen Produkten)
- Rei in der Tube (man muss häufig waschen)
- ein kl. Notizheft und ein Stift
- Handy, Fotoapparat, Batterielader, Licht
- Multitool, Flickzeug, 1-2 Ersatzschläuche, 15mm Schraubenschlüssel (Pedale)
- 1 Taschenmesser und 1 Satz Besteck, 2-3 Tupperdosen, 1-2 Trinkflasche
- 1 Zelt
- 1 Isomatte
- 1 Schlafsack
- dünne Decke (für Picknick, Strand, kalte Nächte)
- 1 Essensnotration
- 2-3 Spanngurte und 2 Spanngummis (eignen sich auch gut als Wäscheleine)
- Eine 2x3m Gewebefolie (zum Verpacken des Rades und als Untergrund für das Zelt oder die Decke)
- damit es nicht zu langweilig wird 1 bis 2 (leichte) Bücher (dünnes Papier, kl. Druck), 5 kl. Würfel (Kniffel), evtl. Kartenspiel

Das sollte alles zusammen nicht mehr als 15 kg wiegen und kann in zwei mittelgroßen Gepäcktaschen (muss nicht Ortlieb sein, ich setze welche von Agua ein) und eine Lenkertasche bzw. auf dem Gepäckträger (Matte, Schlafsack & Zelt) verstaut werden. Lowrider zur Vergrößerung des Stauraumes benötigt man meiner Meinung nach nur, wenn man in wechselhaften Gebieten unterwegs ist (dann braucht man einfach mehr Kleidung).
Während ich früher meist normale Kleidung zum Fahren bevorzugte, bin ich mittlerweile der Überzeugung, dass es doch sehr sinnvoll ist mit spezieller Fahrradkleidung zu fahren. Auf dem Reiserad im Urlaub mag das vielleicht etwas überkandidelt wirken, doch überwiegen die Vorteile (luftig, trocknet schnell, bequem).

Erfahrung mit Fahrrädern an verschiedenen Flughäfen

Meist ist die Mitnahme eines gut verpackten Fahrrades kein Problem. Es sollte ohne Probleme eingecheckt werden können und den Transport ohne Schäden überstehen. Ein wenig variieren die Erfahrungen jedoch und als leichte Tendenz kann festgestellt werden, dass es in den letzten Jahren nicht einfacher geworden ist ein Rad mitzunehmen.
Im Anschluss ist die Erfahrung an den Flughäfen der letzten Jahre wiedergegeben. In der ersten Zeile ist nach dem Flughafenkürzel das Jahr meiner letzten Fahrradmitnahme an diesem Flughafen angegegben.

Deutschland

Münster/Osnabrück (FMO), 2007:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist mit dem Rad gut zu erreichen (nächster Bahnhof: Greven, ca. 7 km entfernt), es gibt kein Autostraßenwirrwarr.
Abflug: Alles problemlos. Im Terminal gibt es genug Platz zum Verpacken, die Sperrgepäckannahme ist gut zu erreichen und verläuft problemlos. Das Personal geht umsichtig mit den Rädern um. Die Erfahrunegn bei Abflügen 2004 und 2007 waren sehr gut.

Köln/Bonn (CGN), 2004:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist per Bahn mit dem Rad gut zu erreichen.
Ankunft: In Köln/Bonn kommen die Räder gut an und es ist am Terminal genug Platz zum Montieren vorhanden (2004).

Hannover (HAJ), 2007:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist per S-Bahn mit dem Rad gut zu erreichen.
Ankunft: In Hannover ist die Ankunft problemlos (2007). .

Dortmund (DTM), 2010:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist per Rad sehr gut zu erreichen, der nächste Bahnhof ist Holzwickede (ca. 2 km entfernt), es gibt kein Autostraßenwirrwarr.
Abflug: Das Terminal ist relativ klein, man findet aber ein ruhiges Plätzchen zum Verpacken. Die Sperrgepäckaufgabe ist ein wenig unhandlich. Alles in allem ist es jedoch eher problemlos. 2006 war die Aufgabe völlig problemlos, 2010 hieß es am counter plötzlich Räder würden prinzipiell nur noch in Kartons befördert, nach dem Aufzeigen dass die Verpackung in Folie jedoch sehr gut und sorgfältig ist, war die Aufgabe dann doch möglich
Ankunft: Der Ankunftsbereich ist ziemlich klein, linker Hand vor den Bändern ist die Sperrgepäckankunft, irgendwann öffnet sich die Tür und die Räder werden dort abgestellt. Man kann dort in Ruhe alles auspacken und wieder zusammensetzen.

Düsseldorf (DUS), 1996:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist per S-Bahn mit dem Rad gut zu erreichen.
Ankunft: War damals erstaunlicherweise problemlos - obwohl es in den Wirren direkt nach dem Brand war. Ist mit heute wahrscheinlich nicht zu vergleichen. .


Ausland

Nizza (NCE), 2006:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist sehr gut mit dem Rad erreichbar. Einfach die Strandpromenade Richtung Westen bis zum Ende fahren, dann noch ca. 1-2 km auf der Straße und man steht vor dem Terminal.
Abflug: Alles sehr gut. Vor dem Terminal gibt es genug schattigen Platz zum Schrauben und Verpacken. Das Personal geht besonders umsichtig mit den Rädern um. Bei den Abflügen 2004 und 2006 waren die Erfahrungen dort sehr gut!

Venedig (VCE), 2007:
Erreichbarkeit: Der Flughafen ist gut mit dem Rad erreichbar, die Straßen sind nicht zu groß.
Abflug: Vor dem Terminal gibt es genug schattigen Platz zum Packen, die Wege sind kurz, das Einchecken der Räder geht problemlos.
Ankunft: Alles problemlos, die Räder kommen beim Sperrgepäck an und wurden vorsichtig behandelt, schattiger Montageplatz ist ausreichend vorhanden.

Rom (FCO), 2004:
Erreichbarkeit: Mit dem Rad den Flughafen zu verlassen ist schwierig, die Straßen sind sehr groß.
Ankunft: Die Räder kommen am Sperrgepäck an. 2004 war der Umgang mit den Rädern lausig (die Gepäckstücke wurden nicht getragen oder auf einem Wagen transportiert sondern über den Boden geschleift).

Barcelona (BCN) (Terminal 1), 2010:
Erreichbarkeit: Mit dem Zug kommt man gut zum Flughafen, die Fahrradmitnahme im Zug ist kostenfrei. Per Rad ist es etwas schwieriger von und zum Flughafen zu kommen, geht aber ebenfalls.
Abflug: Platz zum Verpacken ist hinreichend vorhanden. Die Aufgabe der Räder ist hingegen schwieriger, da in Barcelona die Durchleuchtungsgeräte für Sperrgepäck etwas klein sind. In Terminal 1 C ist die Aufgabe der Räder faktisch unmöglich. In Terminal 1 B ist ein größeres Röntgengerät vorhanden, jedoch noch zu klein um ein nicht zerlegtes Fahrrad zufriedenstellend zu durchleuchten. Um sich Ärger zu ersparen, sollte man in Barcelona die Laufräder demontieren, dann müsste das Aufgeben auf Anhieb klappen. Das Personal ist unterschiedlich hifreich und freundlich. Der Weg von Terminal 1C nach Terminal 1A/B ist ziemlich lang, die Trolleys nicht gut zum Transport geeignet. An Terminal 2 mag das Procedere anders sein.
Ankunft: Die Ankunft ist dort teilweise etwas chaotisch, da der Ankunfts- und Abflugbereich nicht so richtig getrennt sind. Die Räder kommen auf dem Gepäckband an. Platz zum Montiern ist genug im Ankunftsbereich vorhanden.

Manchester (MAN), 1996:
Erreichbarkeit: Man kommt mit dem Zug von Manchester Victoria Station einfach zum Flughafen.
Abflug: Vor Jahren (Mitte der 90er Jahre) war die Aufgabe eines Fahrrades dort sehr problemlos. Es musste leiglich die Luft aus den Reifen gelassen werden und es zum Sperrgebäck gebracht werden. Mittlerweile mag es gut sein, dass es höhere Anforderungen gibt.


Fahrräder

Kildemoes Colibri 1994

Das Kildemoes Colibri der ersten Hälfte der 1990er Jahre ist ein klassiches leichtes Sportrad mit Stahlrohrrahmen. Das erste Modell erwarb ich 1992 für 999.- DM, es wurde 1994 geklaut und durch ein 1994er Modell für 1049.- DM ersetzt.
Der Rahmen hatte eine sportliche Geometrie und bestand aus hochwertigem Stahlrohr, das ordentlich geschweißt und gemufft war. Die Schaltung war eine Suntour XCM (12-Gänge, 2x6). Die Mittelzugbremsen von Weinemann besaßen spezielle Handgriffe die quasi verkehrt auf dem Lenker montiert waren.
Das Rad hatte exzellente und sehr gut rollende 28mm Reifen von Panaracer mit einer extra Kevlar-Schicht.
Bild des Colibris im Originaldesign von der 1995er Sizilien-Tour in Enna. Auf dem Bild ist auch das Gepäck zu erkennen. Neben einem Tagesrucksack (im Fahrradkorb) bildete ein Tramperrucksack das Hauptgepäckstück. Er war aber nur in den unteren 2/3 bepackt und saß auf dem Tagesrucksack auf, so dass es gar nicht mal so unbequem war.
Über viele Jahre war das Colibri mit einem Triathlon-Lenkeraufsatz erweitert, der das Fahren sehr angenehm machte. Ursprünglich war das Rad "seidenlila-seidentürkis" lackiert, nach einem Rahmenbruch (Schweißstelle) und der Reparatur (auf Garantie) des Rahmens wurde das Rad schwarz lackiert und sah dadurch sehr zeitlos aus.
Über die Jahre wurde viel ersetzt, die Schaltung hat viele Umwerfer und Hebel gesehen, die Reifen waren nach einigen anderen Modellen später Schwalbe Marathon. Die Originallaufräder (Mavic Doppelkammerfelge mit Alesa Achse) hielten zwar viele Jahre doch waren irgendwann durchgebremst und wurden ersetzt. Die Metallschutzbleche wurden durch SKS-Platikschutzbleche ersetzt, Lenker und Sattel wurden irgendwann ebenfalls ersetzt.
Bild des Colibris bei der Tour von Rom nach Nizza im Jahr 2004. Das Bild zeigt die Bepackung mit den Agua Gepäckträgertaschen gut. Neben und auf den Taschen ist der Schlafsack, Isomatte und das Zelt befestigt. Die hier gezeigte Packordnung ist später weiter optimiert worden.
Im Januar 2006 ist es leider geklaut worden. Es hat mir viele Jahre über etliche 10.000 km sehr viel Freude bereitet. So sehr ich mich über den Diebstahl ärger(t)e, so hoffe ich doch, dass es sich irgendwie in guten Händen befindet.

Bergamont Beluga 2006

2006 ersetzte ein modifiziertes Bergamont Beluga das gestohlene Kolibri. Das Beluga ist ein Einsteigermodell eines Fitnessrades von Bergamont für 540 €. Der Rahmen ist aus Aluminium, das Rad wiegt "as it" 11,2 kg. Es hat Doppelkammerfelgen mit 32 Speichen der Bergamont Hausmarke Tattoo und wird mit 30 mm Schwalbe Speed Cruiser Reifen geliefert. Die Schaltung ist ein bunter Mix aus einer Shimano Tiagra-Schaltwerk mit Alivio Schalthebeln und Nexus Umwerfer mit 8-fach Kassette und dreifach Kurbelsatz. Die Bremsen sind Mini V-Brakes von Tektro.
Allerdings war es so nicht alltagstauglich, deshalb wurde es mit Schutzblechen (SKS), einem Gepäckträger, Hinterbauständer (Hebie) und Batterielicht (Ixon IQ) versehen. Im weiteren wurde der Sattel durch einen Specialized Avatar ersetzt, die Reifen durch Schwalbe Marathon Racer (700x30C), die Pedale durch Wendepedale (spd/Bärentatze)von Exulstar und die Griffe durch Ergon GR2. In dieser Aussattung ist es Paris-Brest-Paris erprobt und ein sehr zuverlässiges Rad sowohl für Brevets, den täglichen Gebrauch und Radreisen.


Das Bergamont Beluga im Sommer 2008 nach etwa 18.000 km Fahrleistung.

Weiteres:
Da dieses Rad mittlerweile vor allem für den Alltag und Radreisen eingesetzt wird (aber nicht nur - den 2010er Freiburger 300km Belchen-Brevet absolvierte ich mit diesem Rad), ist das Rad mittlerweile etwas mehr auf Robustheit und Vielseitigkeit als auf Geschwindigkeit ausgelegt und am HR ist nun ein 32 mm Schwalbe Marathon aufgezogen.
Für Radreisen und den Alltagsgebrauch hat sich die 2008 nachgerüstete Klickfix-Halterung am Lenker sehr bewährt. Ein kleiner Lenkerspiegel erhöht die Sicherheit und ich bin überrascht, wie sehr ich mich daran gewöhnt habe - ich dachte zuvor, dass ein Spiegel eher albern wäre, aber er ist wirklich eine Bereicherung, die ich an einem Reise-/Alltagsrad nicht mehr missen möchte.
Ein Trelock BS400 Bügelschloss soll einen Diebstahl verhindern. Eine Croozer Kupplung ist montiert.

Das Rad wird insgesamt eher "hart rangenommen" und macht im Alltag, als Reiserad bepackt oder auch abseits des Asphalts oder beim Tempomachen eine gute Figur.

Verschleiß:
Laufräder: Nach knapp 15.000 km waren die 32-Loch Tattoo-Felgen durchgebremst und wurden durch einen etwas rustikaleren Laufradsatz (Achse: Shimano Deore Achsen, Felge: Vision 22mm, 36 Speichen) ersetzt. Nach erneuten 15.000 km waren auch diese Felgen durchgebremst und wurden durch einen Laufradsatz von Rose/Bocholt ersetzt (Achse: Free Jack, Felge Xtreme T-XX 19, 36 Speichen).
Gepäckträger: Nach ca. 25.000 km brach der Aluminium Trekkinggepäckträger und wurde anschießend durch einen Tubus Vega Stahlgepäckträger ersetzt.
Bremsen: Beide Tektro Mini V-Brakes erlitten nach gut 25.000 km jeweils einen Federbruch. Am VR wurde die Bremse gegen eine Avid (full size) V-Brake ersetzt. Am HR wurden zunächst die beiden noch intakten Bremsschenkel genutzt und nach einem weiteen Federbruch bei ca. 35.000 km durch eine neue Tektro Mini V-Brake (BX25) ersetzt.
Innenlager nach ca. 40.000 km hinüber und gegen neues ersetzt (Modell: unbekannt).
Ketten: Connex 808


Das Bergamont Beluga im Herbst 2010 nach etwa 32.000 km Fahrleistung auf dem Gipfel des Schauinsland.

Specialized Sirrus Comp 2008

Im Frühjahr 2008 erwarb ich für etwa 1000 € Euro ein Specialized Sirrus Comp Rad. Dieses gehört ebenfalls zur Klasse der Fitnessräder, ist aber hochwertiger ausgestattet als das Beluga und wurde nicht für den Alltagseinsatz modifiziert. Es ist mit etwas weniger als 10 kg angenehm leicht, der Rahmen ist aus Aluminium, die Vorderradgabel und der Hinterbau sind aus Carbon. Als Schaltung kommt eine Shimano Tiagra (3x9) zum Einsatz. Die Felgen sind von Alex, die Achsen, Reifen (700x28C), Vorbau und Lenker von Specialized, Bremsen von Tektro.
Die Sonderaustattung umfasst Shimano Wendepedale (spd/Bärentatze), Ergon GR2 Griffe und einen Specialized Avatar Sattel. Desweiteren wurde ein Triathlonlenker von Syntace (C2) angebracht. So ist das Rad ein ziemlicher Renner und ermöglicht ein Fahren über Stunden mit Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h (normale Bedingungen).

Das Rad wird vor allem zum Schnellfahren eingesetzt (Brevets, Trainingsrunden), aber auch für gemütlichere Ausflüge oder wenige-Tage-Fahrten mit leichtem Gepäck (bis ca. 5 kg in Lenkertasche & Untersatteltasche) die mitunter stellenweise auch über nicht asphaltierte Wege führen, wo das Rad sich ebenfalls recht gut bewährt.

Verschleiß:
Reifen am HR nach 16.143 km völlig marode, mit VR-Reifen getauscht. Am VR nun Continental GP4000 25x700C.
Felge am HR nach ca. 19.600 km an drei Speichen ausgerissen/gebrochen. Laufräder getauscht gegen DT Swiss R1800.
Ketten: Connex 908


Das Specialized Sirrus im Sommer 2008


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